Neubeginn – Wie geht das?18.05.26

Neustart im Leben

Wie gelingt ein Neustart im Leben?

In vielen Bereichen des Lebens wünschen wir es uns: Einen Neubeginn! Sei es im Privatleben; im Beruf oder auch in der eigenen Identität. Doch wie geht das am besten? Und was heisst das überhaupt?

Meist ist es doch so, dass wir bereits länger darüber nachdenken. Das kann sowohl Wochen, wie auch Jahre sein. Der Gedanke und der Wunsch an einen Neubeginn beginnt tatsächlich damit, dass wir nicht mehr zufrieden sind in und mit unserem Leben, so, wie es jetzt ist. Ideen und Fantasien beginnen sich zu entwickeln. Meist noch vage und oft auch nicht besonders realistisch. Doch der Gedanke begleitet uns stetig. Mal mehr, mal weniger drängend. Kennst auch Du dieses Gefühl?

Wenn das Leben so nicht mehr genügt

Jeder kennt es, wir nehmen in uns eine Unzufriedenheit wahr. Zu Beginn kann man es oft noch gar nicht so richtig greifen oder zuordnen. Man sucht Gründe, die dieses Gefühl erklären. Manchmal ist es tatsächlich auchg „nur“ eine Phase, dann kommen wir wieder in die Balance und die Zufriedenheit kommt zurück. Oftmals reden wir uns es aber auch schön. Weshalb? Weil die Unzufriedenheit oder gar das Unglücklich sein nach Gründen fragt oder gar Handlung verlangt.

Doch ist das Leben, so wie es ist und wir es kennen, auch wenn wir nicht mehr damit zufrieden sind uns doch vertraut. Man nennt es „Komfortzone“. Diese zu verlassen oder zu zerstören macht uns natürlich verständlicherweise Angst. In erster Linie ist es Angst vor dem Verlust. Aber auch Angst vor dem Unbekannten.

Verschiedene Wege führen zum „neuen“ Ziel

Bestimmt kennst auch Du den Satz: „Der Weg ist das Ziel“. Das ist gar nicht so vekehrt. Denn auf dem Weg zu „neuen Ufern“ lernen wir bereits sehr viel, sofern wir uns auch wirklich darauf einlassen. Und damit meine ich, dass wir uns dabei vor allem auf den Weg konzentrieren sollten. Denn während wir unterwegs sind, kann sich das Ziel auch verändern, bzw. uns gar nicht mehr so verlockend erscheinen.

Dabei ist es auf jeden Fall natürlich wichtig, dass wir uns bewusst sind, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen sollte. Es gibt kein richtig oder falsch. Und auch die Vorlage anderer Menschen ist nicht unbedingt die richtige für mich.

Schritt für Schritt und langsam voran

Auch sollte man sich nicht zu viel auf einmal vornehmen oder gleich das neue Ziel – sofern es schon benannt ist – erreichen wollen. Sondern achtsam und Schritt für Schritt voranschreiten und dabei auch immer wieder mal eine Pause einlegen, innehalten und die Wegesstrecke betrachten. Dabei auch vielleicht die nächsten (kleinen) Schritte planen. Nicht nur die Relexion über das bereits geschaffte ist wichtig, sondern auchb die Anerkennung und das Lob für den Weg nach vorne.

Sehr empfehlenswert und hilfreich finde ich auch z.B. dieses Buch von Luise Reddemann: „Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.“

Entscheidungen auf dem Weg zum Neubeginn

Wie bereits erwähnt sind es vor allem die Angst vor dem Verlassen der „Komfortzone“, dem Verlust und dem Unbekannten, die uns davon abhalten, uns in Bewegung zu setzen. Deshalb tendieren viele Menschen dazu, sich von den „alten“ Verbindungen nicht ganz zu lösen. Sie denken sich, wenn ich hier noch ein bisschen festhalte, bis ich dort richtig angekommen bin, wird es mir leichter fallen. Oder das Risiko, dabei zu scheitern ist ebenfalls kleiner. Denn ich könnte schlimmstenfalls ja zurück.

Doch das ist leider keine gute Idee. Denn Dein Fokus und Deine Energie sind nicht wirklich nach vorne gerichtet, sondern zur Hälfte (vielleicht auch etwas mehr oder weniger) nach hinten. Stell Dir vor, was das für Deinen Weg bedeutet?

Altes loslassen

Um etwas Neues zu beginnen, MUSST Du Altes loslassen. Das Tempo und die Richtung kannst Du aber selber bestimmen.

Wenn Du Dich nicht bereit fühlst, wirklich Altes gehen zu lassen, brauchst Du entweder noch etwas mehr Zeit für die ersten Schritte nach vorne, oder Deine Angst ist zu gross und Dein Selbstvertrauen nicht stark genug. Dann solltest Du Dich mit jemandem austauschen (idealerweise eine neutrale Person), die mit Dir die aktuelle Situation anschaut und Dich bei Deiner Entscheidung – wie auch immer dies ausschaut – unterstützt.

Privater Neubeginn

Einen Neubeginn verbinden wir häufig mit der privaten Lebenssituation. Das heisst, entweder eine Partnerschaft, die nicht mehr lebendig ist zu verlassen, oder auch umgekehrt, dem Wunsch nicht mehr alleine durchs Leben zu gehen und einen Partner/eine Partnerin zu finden.

In beiden Situationen geht es dabei in erster Linie darum, sich darüber klar zu werden, was man sich wirklich für sich selbst wünscht und weshalb man eine bestehende Beziehung beenden möchte, bzw. eine neue suchen und finden.

Bei sich bleiben, um sich zu finden

Gerade wir Frauen tendieren dazu, uns zu verbiegen und anzupassen, statt darauf zu hören, was wir wirklich möchten und brauchen. Deshalb sollte zuerst klar werden, dass ich jedwelche Veränderung – egal in welche Richtung – für mich tue. Für mich und mein glücklich sein. Dabei ist das glücklich sein mit sich selbst, das allerwichtigst! Denn dann bleibst Du bei Dir und kannst am besten erkennen, ob bestehende Verbindungen noch gut und richtig für Dich sind, oder auch, ob neue Dich da treffen, wo Du es möchtest.

Berufliche Veränderung

Auch im Berufsleben höre ich von vielen Menschen, dass sie nicht mehr – oder oft schon lange nicht mehr – zufrieden sind, mit dem, was sie tun. Der Mensch sehnt sich grundsätzlich danach, in seinem Leben etwas sinnhaftes zu machen. Dieser Wunsch kommt meist noch vor den finanziellen Interessen oder den gesellschaftlich anerkannten. Auch hier braucht es Mut, aus- oder abzubrechen. Manchmal weiss man auch gar noch nicht so genau, wohin es gehen soll. Auch hier kann das finale Ziel manchmal noch gar noch nicht so im Vordergrund stehen. Doch die Richtung sollte stimmen. Wohin zieht es Dich? Wo sind auch Deine Stärken und Deine Schwächen? Auch hier können erste und kleine Schritte in diese Richtung Klarheit schaffen. Und nach ersten Wegetappen wird auch vieles leichter und einfacher. Denn unterwegs wächst nicht nur die Freude an der Bewegung, sondern auch der Mut und die Lust am neuen Anfang. Und Du lernst Dich dabei immer besser in der Tiefe kennen.

Die eigene Identität neu entdecken

Auch auf der persönlichen Ebene, unabhängig von Berufs-, oder Privatleben spüren wir manchmal, dass wir innerlich – vor allem auf der emotionalen und seelischen Ebene – nicht mehr glücklich sind. Nach Ausschluss von äusseren Einflüssen, wie bereits erwähnt beruflich oder privat, kann man sich ganz auf die Frage und das Erkunden des inneren Kerns der Unzufriedenheit konzentrieren. Natürlich spielen die äusseren Einflüsse auch eine Rolle. Doch nicht immer sind sie der Grund dieses Gefühls. Um mehr darüber herauszufinden kann z.B. „journaling“, also Tagebuch schreiben sehr hilfreich sein.

Ehrlich mit sich selbst sein

Die eigenen, täglichen Gedanken und Gefühle ganz ehrlich und ungeschönt festzuhalten und nach einer gewissen Zeit ein Resümée zu ziehen, bringt oft eine tiefere Einsicht. Auch hier kann das Gespräch mit einer neutralen Person in Form eines Coachings, einer Therapiesitzung oder ähnlichem mehr Klarheit bringen. Das allerwichtigste auf diesem Weg ist die absolute Ehrlichkeit mit sich selbst. Das setzt sehr viel Mut voraus und den Willen, auch unbequeme Aspekte unserer Persönlichkeit zu betrachten. Doch der Gewinn und die Nähe, die wir zu uns selbst dabei erlangen, wiegt den oftmals unbequemen und auch schmerzhaften Weg vollkommen auf.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute, Mut und Zuversicht auf diesen neuen Wegen!

Roberta

 

 

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