Vaginalinfekte – Bedeutung und Behandlung
Welche Frau kennt dieses Gefühl nicht, wenn es plötzlich anfängt zu jucken, zu brennen, zu schmerzen und sich einfach unangenehm anfühlt in unserem Intimbereich. Dazu kommt dann häufig noch Ausfluss dazu, der vielleicht anders riecht oder aussieht. Sofort geht dann ein Film ab in unserem Kopf. Das Internet wird durchforstet nach möglichen Symptomen, die ähnlich sind. Oder aber wir haben schon einige Erfahrungen mit Vaginalinfekten und sind bestürzt oder genervt, dass es schon wieder so weit ist. Der Gang zur Gynäkologin/dem Gynäkologen scheint unabwendbar….
Wie kann ein Vaginalinfekt entstehen?
Grundsätzlich kann man tendenziell davon ausgehen, dass ein Vaginalinfekt entsteht, wenn das Milieu in unserer Vagina gestört ist. Dies bietet den optimalen Nährboden für diverse Keime. Gestört werden kann unser Vaginalmilieu durch verschiedenes, wie die Verwendung von Tampons, synthetischen Duschmitteln, parfümierten Gleitcremes, synthetischer Unterwäsche, aber ebenso durch hormonelle Veränderungen. Auch wenn wir krank sind und unser Immunsystem geschwächt, kann sich das auf unsere Schleimhäute auswirken. Diese werden trockener und somit anfälliger. Häufig entstehen Vaginalinfekte durch Geschlechtsverkehr oder auch entsprechend nicht optimaler Hygiene rund um diesen.
Was gibt es alles für verschiedene Infekte?
Meistens spricht man von einem sogenannten Mischinfekt. Das heisst, es kann eine Infektion verbunden mit einem Pilz vorhanden sein. Weitere Möglichkeiten sind Chlamydien, die aber gerade bei Frauen oft lange Zeit symptomfrei sind. Bakterielle Vaginose, welche sich häufig durch einen fischigen und manchmal sogar grünlichen Ausfluss zeigt. Genitalherpes, ein Virus für den es eigentlich keine Heilung gibt, aber der nur in Schüben auftritt. Trichomoniasis, die ähnlich wie eine Chlamydieninfektion verläuft. Und die vielleicht häufigste Infektion, der Vaginalpilz. Alle sind schulmedizinisch relativ gut behandelbar mit konventionellen Mitteln, wie Antibiotika, Zäpfchen und Cremes. Doch leider wird hier meistens nur die Infektion per se therapiert und nicht die eigentliche Ursache, welche Nährboden dafür geboten hat. Deshalb haben viele Frauen immer wiederkehrende Infekte, die sie mit der Zeit nicht nur physisch, sondern auch psychisch belasten.
Was gilt es grundsätzlich zu beachten?
Wie bereits erwähnt ist eine sorgfältige Pflege unseres Intimbereichs sehr wichtig! Mehr und ausführlicheres hierzu in meinen Blogs: https://fruchtbarkeitsmassage.ch/wie-wir-unsere-yoni-pflegen-koennen/ und https://fruchtbarkeitsmassage.ch/tampons-und-co-was-ist-das-beste-fuer-die-frau/. Das Bewusstsein dafür, dass unser Körper ebenfalls im Laufe des Zyklus’ anders reagiert, bzw. eben anfälliger auf mögliche Infekte ist, gehört natürlich auch dazu. Mehr dazu auch in meinem Blog: https://fruchtbarkeitsmassage.ch/der-weibliche-monatszyklus-verstehen/ Ausserdem ist es sehr wichtig, dass man – gerade bei wiederkehrenden Infekten – rund um das Thema Sex sich Gedanken dazu macht. Uebertriebene Hygiene ist genauso schädlich, wie mangelnde. Deshalb ist es sicher auch wichtig, mit dem Partner/der Partnerin darüber zu sprechen, worauf in Zukunft besser geachtet werden sollte. Dies ist auch deshalb wichtig, weil gewisse Infekte ja beide Partner betreffen können. Darum sollte auch der Partner/die Partnerin untersucht werden, wenn ein Infekt auftritt. Denn bei Nichtbehandlung kann dieser sonst immer wieder neu übertragen werden und aufflammen.
Vaginalinfekte und Pilze natürlich behandeln
Zuerst einmal sollten gewisse Dinge während einer natürlichen Behandlung beachtet und umgesetzt werden. Keine Intimrasur während dieser Zeit. Auf Penetrations-Sex verzichten. Die Ernährung anpassen und Zucker, sowie Weissmehlprodukte reduzieren. Solange der Infekt noch in seinen Anfängen ist, kann es manchmal schon helfen, wenn eine Kur mit Milchsäurebakterien-Zäpfchen (z.B. Vagi C) gemacht wird für 7 Tage. Der äussere Bereich kann, sofern er stark gerötet ist, mit Johanniskrautöl behandelt werden. Auch eine Obstessigspülung (2 EL Bio Obstessig auf ½ abgekochtes Wasser) mittels einer Vaginaldusche oder einer Plastikspritze ohne Nadel, vor der Anwendung des Zäpfchens kann ebenfalls wohltuend sein. Wenn der Infekt allerdings schon etwas fortgeschrittener ist, können Vaginalzäpfchen von Wala (Majorana/Melissa) inkl. äusserlichem Gel oder auch Teebaumölzäpfchen helfen. Oder individuell hergestellte Zäpfchen von einer Heilpraktikerin.
Innerlich sollte ebenfalls unterstützt werden mit einer Teemischung, welche das Immunsystem stärkt. Dazu hochdosiertes Vitamin C, Zink und Echinacea von Dr. Vogel. Nicht zu vergessen natürlich auch der Zusammenhang mit dem Darmmilieu. Wenn dieses gestört ist, wirkt sich das auf das gesamte Immunsystem aus. Hier empfehle ich die Produkte von Omni Biotic. In erster Linie das Flora plus+ und nach überstandenem Infekt das 10 oder Stress Repair. Bachblüten Crab Apple unterstützt ausserdem bei der seelischen Ueberwindung des Infektes.
Vaginalinfekte und Pilze – tiefere Ursachen
Häufig kommt es zu Beginn einer neuen Beziehung zu einem Infekt. Einerseits, weil man dann meistens viel mehr Sex hat, als später und andererseits, kommen hier sozusagen zwei „Milieus“ zusammen, die sich sozusagen noch nicht kennen. Auch lauern hier weitere Gefahren, die zu einem Infekt führen können. Traut man sich, gleich von Anfang an auch zu sagen, was man möchte, und was nicht? Gerade, was die Sexualität anbelangt, fällt das vielen doch immer noch schwer. Siehe auch mein Blog: https://frauen-beratung.ch/themen/beziehungs-themen/ Infekte können auch etwas mit Abgrenzung zu tun haben. Es kann vorkommen, dass ich selbst nicht stop sagen kann, wenn mir etwas zu viel ist oder ich etwas nicht mag. So tut es dann mein Körper, indem er durch einen Infekt sozusagen einen Selbstschutz aktiviert.
Auch Stress kann ein relevanter Faktor sein. Denn bekanntermassen schwächt dieser unser Immunsystem und wir sind grundsätzlich anfälliger für Krankheiten, wie auch für Infekte aller Art. Deshalb ist es wichtig, nebst einer ganzheitlichen körperlichen Behandlung auch die seelischen Faktoren zu beachten und sich sorgfältig zu überlegen, welche Askpekte hier noch eine Rolle spielen und wie diese verbessert bzw. verändert werden könnten. Alles in allem muss ein solcher Infekt nicht nur negativ sein. Denn auch wenn zum Teil sehr unangenehm, kann er uns doch dabei helfen, noch genauer hinzuschauen und zu verstehen, worauf mein Körper reagiert und wie ich ihn dabei unterstützen kann, gesund und und stark zu sein und zu bleiben.
Wärst Du froh, um eine individuelle Beratung zum Thema Vaginalinfekte. Ruf mich an oder schreib mir für einen Termin.
Herzlichst alles Gute
Roberta
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