Umgang mit globalen Krisen24.03.22

Wie kann ich mit globalen Krisen umgehen?

Die Welt spielt verrückt – Wie gehe ich damit um?

Die letzten zwei Jahre haben wir mit der Corona Pandemie eine globale Krise erlebt. Ich denke, ich kann nicht nur von mir sprechen; aber wir hätten so etwas absolut nicht für möglich gehalten! Vor allem nicht, dass uns die Pandemie so lange in Atem hält und immer noch nicht vorüber ist.

Nun tobt aber auch ein schrecklicher Krieg in Europa, kaum haben wir das Gefühl gehabt, es sei ein Ende in Sicht mit Corona. Viele Menschen leiden unter der Belastung und Bedrohung. Sowohl körperlich, emotional, als auch existentiell. Unser Leben wurde sozusagen auf den Kopf gestellt. Wie kann man mit solchen Katastrophen umgehen, wie auch Ruhe in der Angst und Unsicherheit finden?

Was machen solche Bedrohungen mit uns?

Zu Anfang der Corona Pandemie war sehr viel Angst und Verunsicherung zu spüren. Einerseits die konkrete Angst davor selbst krank zu werden und andererseits die Ungewissheit, wie es weitergehen sollte. Im Allgemeinen und auch bei einem selbst. Mit dem Fortschreiten der Pandemie begannen viele Menschen sich an die neuen Lebensumstände sozusagen zu gewöhnen. Die einen konnten es einfach so hinnehmen, andere wehrten sich dagegen. Sowohl gegen immer wieder neue Auflagen und Einschränkungen und damit auch Auswirkungen auf unser Arbeits-, und Sozialleben.

Zusätzliche Belastung

Für Menschen, die ohnehin schon belastet waren/sind, wog gerade die Angst davor wie es weitergehen würde sehr schwer. Dazu kamen/kommen noch ganz konkrete existentielle Bedrohungen, wie Jobverlust, unsichere Arbeitsplätze, weniger Einnahmen etc. Die Isolation und das Wegfallen eines „normalen“ Lebensalltages trugen das ihre dazu bei. Nebst Depressionen, Angstzuständen und Schlafstörungen bei vielen, können in solchen Krisenzeiten auch weitere körperliche Beschwerden einsetzen. Ein regelrechter „Teufelskreis“, aus dem herauszukommen sehr schwierig ist, wenn man kein echtes Ziel vor Augen haben kann.

Berichterstattung und Social Media in Krisenzeiten

Egal ob wir den Fernseher anschalten, die Zeitung aufschlagen, oder diverse Social Media Kanäle besuchen. Ueberall werden wir sozusagen bombardiert, mit Horrorbildern, schlechten Nachrichten und drohendem Unheil, was weiterhin auf uns wartet. Viele sagen dann, man könne den negativen Schlagzeilen ja kaum entgehen. Andere fühlen sich verpflichtet, nicht den Kopf in den Sand zu stecken und wieder andere haben Angst, wenn Sie nicht immer auf dem neuesten Stand sind, wichtige Informationen zu verpassen.

Individueller Umgang mit Krisen

Das ist natürlich nachvollziehbar und jeder geht anders mit solchen Situationen um. Doch es erhöht die Belastung und macht uns zusätzlich unsicher und ängstlich. Auch die verschiedenen Stimmen aus den Medien sind oftmals verwirrend. Irgendwann wissen wir auch gar nicht mehr, was wir nun glauben sollen. Deshalb ist es ratsam den Medien- und Social Media-Konsum ganz gezielt einzuschränken. Zum Beispiel nur noch 1x täglich die Nachrichten über den aktuellen Pandemie- oder Kriegszustand zu lesen. Dann sind wir zwar informiert, geben den schlimmen News aber nur einen begrenzten Raum.

Konflikte im nahen Umfeld

Oft erzählen Menschen auch, wie die unterschiedlichen Meinungen und Haltungen zur aktuellen Situation zu Streit und Konflikten führen. Dies passiert eigentlich überall. Sowohl im Arbeitsumfeld, wie auch im privaten. Sogar innerhalb Familien gab und gibt es so viele Meinungsverschiedenheiten, dass dadurch auch das Verhältnis nicht nur getrübt, sondern sogar auf Eis gelegt wurde. Sogar Paare, die sich sonst nahestehen können davon betroffen sein. Denn sowohl der Druck von aussen, als auch die eigenen Aengste und der Frust sind häufig Auslöser für Streitereien.

Streitgespräche meiden

Auch hier empfiehlt es sich, grossen Streitgesprächen möglichst aus dem Weg zu gehen. Eine eher neutrale Haltung dort bewahren, wo es sowieso nichts bringt, sich mit anderen anzulegen. Dies betrifft vor allem das Arbeitsumfeld und auch den entfernteren Radius an Sozialkontakten. Auch bei Menschen, von denen man bereits weiss, dass sie eine komplett andere Meinung haben, ist es grundsätzlich besser, sich etwas bedeckt zu halten.

Nun könnte man natürlich sagen, dass sei feige und man müsse doch für seine Meinung einstehen. Das ist wohl richtig. Aber in Zeiten, in denen die Belastung sowieso schon gross ist, muss man sich gut überlegen, wo man seine Energien einsetzt, bzw. verpuffen lässt. Gerade dann, wenn das Ergebnis eines Streitgesprächs absehbar ist.

Wie kann ich trotzdem noch positv bleiben

Viele fragen sich, wie sie nicht nur mit den ständigen Negativ-Schlagzeilen umgehen sollen, sondern vor allem auch, wie sie trotzdem noch positiv bleiben können. Oftmals spielt sogar ein schlechtes Gewissen eine Rolle. „Mir geht es doch eigentlich gut. Ich bin gesund. Ich habe ein Dach über dem Kopf, eine Arbeit und Familie und Freunde.“ Und trotzdem belasten mich dunkle Gedanken! Oder auch Ueberlegungen wie: „Darf ich denn bei all dem Elend noch glücklich sein, oder in die Ferien fahren, oder ein Wellness-Wochenende geniessen?“

Ressourcen nutzen

Grundsätzlich muss man sich darüber im klaren sein, dass niemandem gedient ist, wenn wir uns selbst vernachlässigen, bzw. nur noch an all die schlimmen Dinge auf der Welt denken. Natürlich kann man sich dem nicht ganz entziehen und sollte es auch nicht. Deshalb versuche den Fokus auf die kleinen Dinge zu lenken, die Dir in Deinem Alltag Freude bereiten. Das kann ein Kaffee mit der besten Freundin sein; ein Spaziergang im Wald; ein Mittagessen mit der Familie; ein gutes Buch oder ein spannender Film usw. Sei sorgfältig mit Deinen Ressourcen und versuche nach Möglichkeit gut auf Deine Bedürfnisse zu hören. So achtest Du Deine Energien und setzt sie dort ein, wo es für Dich Sinn macht und nötig ist.

Bewusst leben und helfen

Das Bewusstsein, wie wertvoll unser Leben ist, und wie selbstverständlich wir dieses oftmals nehmen, zeigt sich in Krisenzeiten ganz besonders. Dies kann für uns nicht nur für diesen Moment, sondern auch für die Zukunft wegweisend sein. Vielleicht kannst auch Du Dir etwas positives für die Zukunft daraus mitnehmen. Was möchtest Du ändern? Womit anders umgehen und wie? Verstehst Du in Deinem Leben, dass sich Werte verschoben haben, Du andere Prioritäten setzt oder setzen möchtest?

Was kann ich konkret tun?

Die Solidarität mit Menschen, die von solchen Krisen direkt betroffen sind, ist oft gross und viele möchten helfen. Das gibt uns zumindest das Gefühl, doch etwas tun zu können und nicht in der Macht-, und Hilflosigkeit verharren zu müssen. Denn gerade der Stillstand und die Ohnmacht sind es, die uns das Gefühl geben, wehrlos ausgeliefert zu sein und verursachen Gefühle wie Wut, Trauer und Angst.

Deshalb versuche selbst in die Bewegung zu kommen. Was kannst und was möchtest Du tun? Vielleicht mit einer Geldspende Menschen oder Tiere unterstützen. Bei Unterschriftenpetitionen mitmachen. An Demonstrationen mitgehen. Gemeinsam mit anderen eine Solidaritätsaktion ins Leben rufen. Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen. Damit hilfst Du nicht nur anderen, sondern auch Dir, indem Du daran teilhast, dass sich etwas zum besseren ändert. Auch wenn Dein Beitrag klein ist. Wenn jeder etwas dazu beiträgt, wird das Kleine zum Grossen und wir können etwas zum Guten in Bewegung setzen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Kraft, Mut und Hoffnung!

Herzlichst Roberta

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