Intimität in Beziehungen27.12.23

Intimität in Beziehungen

Wie sag ichs meinem Manne

Das Thema Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität ist in einer Beziehung ein sehr wichtiger Teil. Natürlich gehören noch viele andere Dinge dazu, um eine Beziehung gut, harmonisch und intakt zu halten. Doch, gerade wenn über vieles andere gesprochen werden (kann), hapert es beim Thema körperlicher Nähe oft an der Kommunikation. Gerade – aber nicht nur – Frauen tun sich oftmals schwer damit, ihre Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen. Wie man damit umgehen könnte, darum geht es in diesem Blog.

Welche Bedeutung hat die körperliche Nähe in einer Beziehung?

Die meisten Paare kennen es: Am Anfang des Kennenlernens ist das Thema Sex oft im Vordergrund. Man fühlt sich voneinander angezogen, hat Lust einander nahe zu kommen und sich auf dieser Ebene kennenzulernen. Man ist dann auch oft noch unbelastet von vielen Dingen, die später im Alltag auftauchen. Zuerst einmal gibt es nur das Paar! Und natürlich setzt auch gerade diese Anfangszeit gewisse Pfeiler in der vielleicht später entstehenden festen Partnerschaft. Doch ist auch gerade in dieser Zeit das Gefahrenpotential sehr gross, was dieses Thema anbelangt. Siehe auch mein Blog: https://frauen-beratung.ch/schnittstelle-beziehung-1-1-2/

Einander gefallen wollen

Wenn man einander noch nicht gut kennt, aber sich auch mehr als nur eine flüchtige Begegnung vorstellen kann, oder möchte, ist das gefallen wollen ganz normal. Doch wie weit geht man damit? Ist es (nur) das zurechtmachen, vor einem Date? Ist es, sich neue Klamotten kaufen, von denen man annimmt, dass sie dem Gegenüber gefallen? Ist es vielleicht auch, andere Termine oder Verabredungen zu verschieben oder zu canceln, weil das Date wichtiger ist, bzw. man nicht absagen möchte? Oder ist es auch, dass man nicht (ganz) ehrlich mit seiner Meinung und vor allem seinen Wünschen und Bedürfnissen ist?

Wenn man beim Sex nicht ehrlich ist

Hier kann eine grosse Falle warten. Gerade wenn man, wie bereits erwähnt gefallen möchte. Wenn der Partner/die Partnerin beim Sex etwas tut oder von einem verlangt, was man nicht mag, oder sogar wehtut, was dann? Sagt man es direkt? Und wenn, wie am besten? Ist man lieber still? Oder macht man mit und tut so, als gefalle es einem? Natürlich möchte man das Gegenüber beim Liebesspiel weder brüskieren, noch verletzen. Vor allem dann nicht, wenn man sich mit diesem Menschen mehr vorstellen könnte, bzw. mehr wünscht. Und trotzdem! Wenn man bei den ersten sexuellen Begegnungen nicht ehrlich ist, wird das je später, je schwieriger. Sofern die Beziehung weitergeht, oder sogar eine feste Partnerschaft daraus wird.

Der grosse Stolperstein

Natürlich ist es auch beim Sex so, dass man sich erstmal kennenlernen muss. Manchmal harmoniert es gleich von Anfang an, aber auch wenn es das nicht tut, heisst es nicht, dass da nicht ein Partnerschaftspotential vorhanden wäre. Wie auch bei allem anderen in einer Beziehung und gerade in der Kennenlern-Phase, sollte man dem Gegenüber mit Respekt und vor allem Ehrlichkeit begegnen. Nur so kann man eine mögliche stabile Partnerschaft aufbauen. Und dazu gehört es eben auch, dass man beim Thema Sex ganz offen und ehrlich sagt, was man mag und was nicht. Und hier trennt sich sozusagen auch „die Spreu vom Weizen“. Denn die Partnerin oder der Partner, der Dir zuhört, sich interessiert und vor allem respektiert, was und wie Deine Bedürfnisse sind, hat ziemlich sicher ein gutes Partnerschafts-Potential!

Wie und wann sag ich’s meinem Mann oder meiner Frau

Die Frage kommt oft: Wie sag ich, was ich möchte, bzw. wann sage ich es. Macht es Sinn, gleich zu reagieren, wenn es passiert? Oder sollte ich einen geeigneten Zeitpunkt abwarten? Nun, zum geeigneten Zeitpunkt nur soviel: Wann ist der? Ich glaube, das ist schwieriger zu definieren. Deshalb am besten gleich reagieren. Wenn Dein Partner/Deine Partnerin etwas tut beim Sex, was Dir nicht gefällt, oder sogar unangenehm ist, oder wehtut, dann gleich sagen. Klar ist es empfehlenswert das ruhig zu tun und möglichst ohne Vorwürfe. Denn Dein Gegenüber weiss ja (noch) nicht, was Dir gefällt. Im Gegenzug kann man natürlich den Partner/die Partnerin auch dazu animieren, sich ebenfalls zu melden, wenn was nicht passt.

Frau und Mann funktionieren einfach anders

Dass Frauen und Männer – gerade auch was die Sexualität anbelangt – anders funktionieren, ist nichts Neues! Doch irgendwie kommt es mir trotzdem manchmal so vor, als würde das zu wenig berücksichtigt. Und deshalb besteht hier definitiv ein Aufklärungsbedarf! Ich höre z.B. oft von Frauen, dass ihre Partner beim Sex Dinge tun, die den Frauen nicht gefallen. Wenn sie sich dann trauen, das anzusprechen und zu sagen, wie es für sie ist, kommen immer wieder folgende Antworten vor:

  • Bis jetzt haben es alle Frauen, mit denen ich zusammen war, gut gefunden
  • Noch keine hat über meine Liebhaberqualitäten reklamiert
  • Ich habe bisher noch alle Frauen, mit denen ich Sex hatte, zum Orgasmus gebracht
  • Ich verstehe nicht, warum das bei Dir nicht klappt?

Wenn solche Statements kommen, ist es schwierig, offen und ehrlich darüber zu sprechen, was man möchte. Andererseits ist es oft so, dass ein Mann verunsichert ist, wenn man sagt, dass das, was er macht, nicht antörnend ist oder gefällt. Deshalb geht es erstmal darum, dem Gegenüber zu verstehen zu geben, dass man sie/ihn weder brüskieren, noch verletzen möchte. Im Gegenteil, möchte man ehrlich sein und nicht etwas vorspielen, was nicht ist. Das sollte Argument genug sein, damit das Gegenüber versteht und sich auch für eine Kommunikation darüber öffnen kann. Falls nicht, sorry! Dann ist sie/er die/der Falsche für Euch! Daraus kann keine gute, verständnisvolle und verbindliche Beziehung entstehen!

Traut Euch!

Denk daran: Nichts an Dir und Deinem Empfinden ist falsch! Im Gegenteil! Wenn Du ganz bei Dir selbst bist und bleibst und somit ehrlich mit Dir bist, dann bist und bleibst Du auch Du selber! Und wer möchte nicht einen Partner/eine Partnerin, der/die authentisch ist? Schlussendlich möchtest Du selbst das ja auch. Also lohnt es sich, grundsätzlich über seine Wünsche und Bedürfnisse ganz offen zu sprechen. Und das beinhaltet natürlich nicht nur das Thema Sexualität, sondern alle anderen Themen, die zu einer Beziehung gehören auch.

Deshalb traut Euch! Denn die Grundpfeiler einer Partnerschaft sollten Respekt, Achtung vor dem jeweils anderen, Interesse am jeweils anderen und natürlich ganz viel Liebe sein!

 

Alles Gute, viel Kraft und Mut und tragt Euch Sorge!

Herzlichst Roberta

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Gewalt in Beziehungen12.06.23

Wenn in Beziehungen Gewalt stattfindet

Oft schleicht sie sich ganz langsam ein, die Gewalt in einer Beziehung. Es muss nicht immer körperliche Gewalt sein. Auch verbale, psychische und emotionale Gewalt ist genauso erschütternd und kann traumatisieren. Anfangs will man es oft auch nicht wahrhaben, bagatellisiert oder sucht nach Entschuldigungen. Aber Gewalt, egal welcher Art hat in einer Beziehung nichts zu suchen. Doch, wie geht man damit um?

Der harmonische Anfang einer Beziehung

Wir alle wissen es, dass am Anfang einer Beziehung meistens erstmal alles gut und schön ist. Man ist verliebt und hat damit die wohlbekannte rosarote Brille an. Man findet eigentlich alles gut am Partner/der Partnerin. Und auch wenn da vielleicht das eine oder andere auftaucht, was einem weniger gefällt, ignoriert man es oder redet es sich schön. Dadurch, dass jeder auch sein eigenes Leben hat, ist man weniger mit Alltagssituationen konfrontiert, sondern verbringt vor allem die Freizeit und die schönen Momente zusammen. Man plant vielleicht auch schon bald das eine oder andere. Sei es ein gemeinsamer Urlaub, oder gar das zusammenziehen.

Wo fängt das gewalttägige Verhalten an

Wie bereits erwähnt, kann dies langsam geschehen. Oder auch dann, wenn die rosarote Brille die ersten Sprünge bekommt. Auch, wenn mehr (Alltags)-Zeit zusammen verbracht wird. Was man zu Beginn vielleicht noch toll fand, oder mit Temperament und/oder Eifersucht erklärte, bekommt plötzlich einen schalen Nachgeschmack. Ein etwas groberes Anpacken, gerade auch beim Sex, wird z.B. oft geschildert. Oft aber sind es auch verbale Entgleisungen, wie Beleidigungen oder Drohungen. In der ersten Phase entschuldigt sich der/die gewalttätige Partner/in meistens auch reumütig. Als Betroffene/r sind wir natürlich auch gerne bereit dies als einmaligen Ausrutscher zu verzeihen. Doch sollte bereits beim ersten Mal, wenn Gewalt – egal welcher Form – in einer Beziehung stattfindet – aufgehorcht werden.

Welche Rolle spielt die Angst

Angst spielt eine sehr grosse Rolle in Beziehungen, in denen Gewalt vorkommt. Dabei ist es natürlich die Angst davor, dass der Partner/die Partnerin wieder gewalttätig werden könnte. Egal ob physisch oder verbal. Und auf der anderen Seite ist es aber auch die Angst, den Partner/die Partnerin zu verlieren. Worauf beides hinausführt ist, dass man sich kleinmacht, anpasst, sich nicht mehr wehrt, kein Kontra mehr gibt. Viele Menschen berichten davon, dass sie möglichst all jenes vermeiden, was den Partner/die Partnerin wütend machen könnte. Man beginnt sich so zu verhalten, wie man denkt, es gefalle und genüge. Damit entfernt man sich aber leider zunehmends von sich selbst und gerät oft in einen Strudel, der kaum mehr aufzuhalten ist. Wenn keine Grenzen mehr gesetzt werden, gerät das Gleichgewicht immer mehr ins Wanken.

Hintergründe gewalttätigen Verhaltens in Beziehungen

Weshalb ein Partner/eine Partnerin in der Beziehung gewalttätig ist bzw. wird, kann vielfältige Hintergründe haben. Natürlich kann es sein, dass er/sie selbst Gewalt als Kind/Jungendliche/r erfahren hat. Genauso aber kann das Gegenteil der Fall sein, nämlich dass zu wenig Grenzen gesetzt wurden. Was als Kind für die Entwicklung wichtig ist, konnte nicht stattfinden. Und kann sich deshalb im Erwachsenenalter nochmals manifestieren, indem Grenzen in der Partnerschaft gesucht oder provoziert werden.

Auch Unzufriedenheit mit sich selbst, dem Job oder familiären und sozialen Umfeld kann in Frust und weitergehend zu gewalttätigem Verhalten führen.

Aber auch psychische Disbalancen oder gar Krankheiten spielen oftmals eine Rolle. So sind es häufig narzistische Charakter, die sich besitzergreifend und despotisch verhalten. Ebenso wie Zwangsstörungen oder andere disoziative Erkrankungen. Auch kulturelle und religiöse Hintergründe können zu Gewalt führen. Wenn sich der Partner/die Partnerin nicht so verhält, wie es vermeintlich vorgeschrieben ist.

Umgang mit gewalttätigem Verhalten

Je länger sich gewalttätiges Verhalten in einer Beziehung „etabliert“ hat, desto schwieriger wird der Umgang damit. Was Anfangs noch mit einem oder ab und zu einem Ausrutscher entschuldigt wurde, kann je länger je mehr nicht mehr verborgen werden. Wenn die Schranken beim ersten Mal nicht gesetzt wurden, wird es immer schwerer dem entgegenzusetzen. Deshalb empfiehlt es sich, Hilfe von aussen zu holen. Dabei ist ein neutraler Gesprächspartner definitiv besser. Denn im sozialen wie familiären Umfeld wird meist Partei ergriffen und die Meinungen sind zu wenig objektiv. Das heisst eine Fachperson oder eine Anlaufstelle für genau solche Situationen wären ideal.

Auch eine räumliche Trennung – zumindest für eine gewisse Zeit – kann etwas entschärfen. Und gibt gleichzeitig die Möglichkeit für beide Partner, über das geschehene zu reflektieren.

Mut zum Handeln

Grundsätzlich muss man anerkennen, dass es auch viel Mut braucht zu Handeln, um sich einerseits Hilfe zu holen und andererseits auch aus einer solch gewalttätigen Beziehung herauszukommen. Manchmal gibt es einen bestimmten Auslöser, der das Fass zum überlaufen bringt und endlich Bewegung in die verfahrene Lebenssituation kommt. Welche Wege dann diese Bewegung nimmt, sollte man offen lassen. Ob es für das Paar einen gemeinsamen Weg noch geben kann, oder ob es zur definitiven Trennung/Scheidung oder gar weiterführenden Massnahmen kommt.

Auch für aussenstehende, welche Gewalt in Beziehungen mitbekommen, gehört Mut dazu, das Gesehene zum Wohle des/der Betroffenen nicht einfach zu ignorieren. So kann ein Nachbar/eine Nachbarin auch mal direkt darauf ansprechen oder zumindest Hilfe anbieten. Je nach Situation kann auch die Polizei informiert werden. Wenn auch Kinder involviert sind, sollte auf jeden Fall auch die Kesb um Hilfe angefragt werden.

Es gibt auch anonyme Beratungsstellen, wie z.B. „Die Dargebotene Hand“, bei denen man 24Std. anrufen kann. Darüber zu sprechen ist bereits der erste Schritt in die richtige Richtung.

Alles Gute und Haltet Euch Sorge

Herzlichst Roberta

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Ist das Glas halb voll oder halb leer für Dich?03.01.22

Glas halb voll oder halb leer?

Die innere Haltung bestimmt, wie ich das Leben sehe

Wer kennt das nicht, dass man gewissen Dingen, Situation oder Menschen gegenüber relativ schnell eine gewisse Haltung einnimmt. Das hat natürlich damit zu tun, dass wir Verbindungen herstellen, wir assoziieren mit der Vergangenheit. Sogenannte Deja vus. Aehnliche Situationen oder Menschen haben früher dies bei mir bewirkt oder ins Rollen gebracht. Das kann sowohl positiv als auch negativ sein. Tendenziell ist es aber oft letzteres. Vor allem dann, wenn wir schnell urteilen und diesem neuen Gegenwartsmoment eigentlich keine Chance geben, sich anders zu entwickeln oder zu zeigen.weiterlesen

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Der Spagat der modernen Frau06.11.21

Anforderungen an die heutige Frau

Gerade von älteren Menschen hört man ihn oft, diesen Satz: „Früher war alles besser!“ Das hat natürlich mit dem eigenen Empfinden und Erleben zu tun. Je älter man wird, das können viele sicher bestätigen, neigt man dazu die Vergangenheit zu idealisieren. Man blendet jenes, was nicht gut oder unschön war aus und erinnert sich gerne vor allem an die schönen Momente. Oder man schwächt die unguten Erinnerungen ab, indem man sie in der Kategorie: „Ach, das war ja gar nicht so schlimm“, abspeichert. In Bezug auf das weibliche Rollenbild, die Entwicklung der heutigen Frau und allgemein auf das Frauenleben gibt es einiges, was sich verändert hat. Und davon nicht alles nur zum Guten.weiterlesen

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Sexuelle Uebergriffe und Missbrauch28.08.21

Sexueller Missbrauch

Als Frau verletzlich sein

Die meisten Frauen haben es erlebt. Sexuelle Belästigung, Uebergriffe und im schlimmsten Fall sexuellen Missbrauch. Wenn man sich im eigenen Umfeld umhört, dann weiss eigentlich jede Frau etwas dazu zu erzählen. Wir sind in der heutigen Zeit – zumindest in der westlichen Welt – bezüglich Aufklärung und Ahndung sicher einen grossen Schritt weiter. Doch trotzdem finden solche Taten nach wie vor statt, die für eine Frau beschämend, beängstigend, schmerzhaft und oft auch traumatisierend sind. Es geschieht im alltäglichen Leben, aber häufig auch im engeren Kreis. Dazu können Arbeitskollegen, Bekannte und nicht zuletzt auch die eigenen Partner gehören.weiterlesen

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Schnittstelle Beziehung – 1+ 1 = 206.10.20

Für viele Menschen ist eine Partnerschaft ein sehr wichtiger Teil ihres Lebens. Sie wünschen sich eine glückliche, harmonische und stabile Beziehung. Mit der Partnerin/dem Partner gemeinsam etwas aufbauen, die Zukunft und vielleicht auch eine Familie planen. Wir sehnen uns nach Nähe, Gemeinsamkeit und Geborgenheit. Wir möchten von der Partnerin/dem Partner verstanden werden, gewertschätzt, unterstützt und natürlich vor allem geliebt.weiterlesen

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