Für viele Menschen ist eine Partnerschaft ein sehr wichtiger Teil ihres Lebens. Sie wünschen sich eine glückliche, harmonische und stabile Beziehung. Mit der Partnerin/dem Partner gemeinsam etwas aufbauen, die Zukunft und vielleicht auch eine Familie planen. Wir sehnen uns nach Nähe, Gemeinsamkeit und Geborgenheit. Wir möchten von der Partnerin/dem Partner verstanden werden, gewertschätzt, unterstützt und natürlich vor allem geliebt.
Der Start einer Beziehung
Wenn zwei Menschen sich kennenlernen, treffen auch zwei Individuen aufeinander, die bereits eine Geschichte haben. Wir werden von unserer Vergangenheit geprägt und sie macht uns auch zu dem Menschen, der wir jetzt sind. Das heisst, jeder bringt Erfahrungen und Erlebnisse mit, die nicht nur einen Einfluss auf uns selbst haben, sondern auch auf unser Gegenüber. Wie wir uns anderen Menschen gegenüber verhalten, wurde uns als erstes von unseren Eltern gezeigt und vorgelebt. Hier wurde der Grundstein für unser späteres Sozialverhalten gelegt. Natürlich entwickeln wir uns im Leben auch weiter und einiges verändert sich auch diesbezüglich. Doch die Begegnung mit einem Menschen, den wir als möglichen „potentiellen“ Partner sehen, ist doch etwas ganz besonderes.
Wir möchten uns natürlich im besten Licht zeigen und dem anderen gefallen. So kann es durchaus sein, dass wir gewisse Dinge tun oder nicht tun, die wir sonst anders handhaben würden. Auch sagen wir bestimmte Sachen oder auch nicht, weil wir davon ausgehen, dass unser Gegenüber das so gerne/lieber hätte und vielleicht sogar von uns erwartet! Doch: Wissen wir das wirklich?
Wie wichtig es ist, sich selbst zu bleiben
Oftmals sind wir zu Beginn eines Kennenlernens oder einer Beziehung unsicher. Einerseits darüber, ob wir dem Gegenüber genauso gefallen wie umgekehrt. Und auch, ob das Interesse in die gleiche Richtung geht. Natürlich sollte man nicht gleich „mit der Tür ins Haus fallen“ und das Ganze nach Möglichkeit langsam und achtsam angehen. Trotzdem ist es wichtig, sich so zu zeigen, wie man wirklich ist. Viele Menschen haben Angst, wenn sie das tun, den möglichen potentiellen Partner zu verlieren oder nicht für sich zu gewinnen. Doch denke daran, Du willst ja jemanden an Deiner Seite, der/die Dich um Deiner selbst willen liebt und nicht in ein Bild von Dir verliebt ist, welches Du kreiert hast und von dem Du annimmst, dass der/die andere Dich so haben möchte. Denn dann stellst Du die Weichen von Anfang an in die falsche Richtung.
Mögliche Konsequenzen für den weiteren Beziehungsverlauf
Oft schon habe ich gehört, dass gerade Frauen sagen, sie wollen erstmal abwarten und den Partner besser kennenlernen. Aber je mehr Zeit verstreicht, desto mehr verfestigt sich ein gewisses Muster. Und dementsprechend ist die Erwartungshaltung Deines Gegenübers an Dich auch schon gegeben. Stell Dir mal vor, Du sagst zu Beginn einer Beziehung Deinem Freund, dass Du Fussball gerne magst. Und zwar darum, weil Du weißt, dass er richtig verrückt danach ist. Aber eigentlich interessierst Du Dich überhaupt nicht für Fussball. Du denkst aber, dass dies ein weiterer Pluspunkt für sein Interesse an Dir sein könnte. Die Beziehung schreitet tatsächlich voran. Du hast mit Deinem Liebsten schon einige Male Fussball im Fernsehen geschaut (und Dich gelangweilt) und nun will er Dich auch noch zu einem Live Spiel mitnehmen. Darauf hast Du aber überhaupt keine Lust! Was nun?
Ehrlichkeit als Basis einer Beziehung
Du kannst weiterhin so tun, als mache es Dir Spass. Das bedeutet aber, dass, falls die Beziehung weitergeht, Du diese Farce aufrecht erhalten musst. Oder Du eröffnest Deinem Partner, dass Dir Fussball wirklich total egal ist und Du absolut keine Lust darauf hast, in einem Stadion zwischen grölenden Fans zu sitzen. Was denkst Du, wie Dein Freund reagieren würde? Denn je länger Eure Partnerschaft geht und je länger Du damit wartest die Wahrheit zu sagen, desto verletzender ist es für Dein Gegenüber. Und er/sie wird sich fragen, ob es noch andere Dinge gibt, bei denen Du nicht ehrlich warst? Falls Du Dich dafür entscheiden solltest weiterhin „Gute Miene“ zu machen, bist Du der-, oder diejenige der/die verliert und vor allem sich selbst untreu ist. Und dies alles wofür? Lohnt es sich, eine Beziehung auf Lügen oder Unwahrheiten aufzubauen? Dies ist jetzt natürlich ein simples Beispiel. Genauso gut hätte ich ein anderes aus dem Themenkreis Partnerschaft nehmen können, wie z.B. Sexualität, Finanzen, Zukunftspläne, Familie etc.
Aus zwei wird niemals eins!
Wenn zwei Menschen zusammenkommen, sind es schlussendlich doch immer zwei Individuen! Auch wenn wir uns diese absolute Verbundenheit und Seelenverwandtschaft wünschen, müssen wir doch akzeptieren, dass diese wohl stattfinden kann, aber immer nur dort, wo wir uns sozusagen „überschneiden“. Das klingt jetzt sehr mathematisch und das ist es ja auch. Denn es entspricht der Formel: 1 + 1 =2!
Jeder Mensch hat sein eigenes Universum
Das heisst, jeder hat sein eigenes kleines Universum. Es ist unser Leben, es sind unsere Interessen, unsere Wünsche und unsere Pläne und unsere Vergangenheit. Gewisse Dinge kann man mit einem Partner teilen, wenn man das möchte und der Partner ebenso. Doch genauso sollte man es respektieren, wenn dem nicht so ist. Jeder Mensch braucht auch gewisse Freiräume, in denen er sich ganz auf sich und seine Bedürfnisse konzentrieren kann. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern geht es dabei darum, gut auf sich selbst zu hören und zu achten. Und wenn beide Partner sich diese Freiräume nehmen und vor allem auch einander zugestehen, wird auch die Begegnung in der „Schnittstelle“ viel lebendiger und interessanter.
Was bedeutet denn diese Schnittstelle?
Die Schnittstelle ist der Ort, an dem wir uns treffen und an dem es um Gemeinsamkeiten geht. Das können gemeinsame Zukunftspläne sein, wie zusammenziehen, reisen, heiraten, Kinder etc. Wenn wir bereits einen gemeinsamen Haushalt und vielleicht auch schon eine Familie haben, geht es darum, miteinander dieses partnerschaftliche „Projekt“ zu managen. Darüber zu sprechen, ist ein Teil. Denn dabei geht es um die jeweiligen Vorstellungen und Wünsche und wie man das zusammen organisiert. Der Umsetzungsteil ist natürlich genauso wichtig. Funktioniert das Besprochene? Nehmen wir aufeinander Rücksicht und respektieren die jeweiligen Grenzen und Bedürfnisse des anderen. Und vor allem auch halten wir uns daran!
Sich als Paar Zeit nehmen
Auch die reine Paarzeit ist eine Schnittstelle. Die Zeit also, die das Paar ganz für sich verbringt. Sei es mit gemeinsamen Unternehmungen, zuhause, beim Sex oder anderem. Sozusagen „Quality Time“. Zeit, in der wir nur auf einander achten und fokussiert sind. Es kann auch mal sein, dass wir Dinge tun oder Kompromisse machen, weil wir dem Partner/der Partnerin eine Freude machen möchten. Aber auch das gehört zu einer Paarbeziehung und in die „Schnittstelle“. Denn es ist eine Möglichkeit, den Partner/die Partnerin in seinem/ihrem Universum zu besuchen…
Kommunikation Kommunikation Kommunikation
Es ist nichts Neues, aber deshalb nicht weniger wichtig! Die Kommunikation zwischen Partnern ist das A und O für das Gelingen einer Beziehung. Sich einander mitzuteilen, einander zuzuhören, einander wichtig zu nehmen, zu respektieren und zu achten. Daraus kann nicht nur etwas wachsen, sondern darin liegt auch das „Geheimnis“ der Beständigkeit in funktionierenden Beziehungen. Eine tolle Möglichkeit miteinander in Kontakt und verbunden zu sein und zu bleiben, sind die Zwiegespräche. Mehr hierzu: https://www.zwie-gespraech.de/2.htmlIch kann es nur wärmstens empfehlen. Es ist eine grosse Bereicherung, wenn man sich regelmässig Zeit für ein Zwiegespräch nimmt. Eine weitere Möglichkeit ist auch ein gemeinsames „Tagebuch“. In welches man kleine Botschaften schreibt für den Partner. Denn manchmal mögen wir nicht reden, oder finden nicht den richtigen Moment. Und trotzdem ist das Bedürfnis nach Mitteilung und Austausch da. Lies dazu meinen Blog: https://fruchtbarkeitsmassage.ch/verantwortung-und-belastung-im-kinderwunsch/
Die Liebe ist das Kind der Freiheit
Eines meiner Lieblingsbücher ist vom Erfinder der Zwiegespräche, Michael Lukas Moeller „Die Liebe ist das Kind der Freiheit“. Ich finde dieser Titel sagt schon alles aus. Denn in der Liebe geht es immer darum, die Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. Zwischen Ich, Du und Wir. Wenn wir bei uns bleiben und dem Partner in unserer „Schnittstelle“ begegnen, dann sind wir frei und doch verbunden.
Hast Du ein Anliegen zum Thema Beziehung oder möchtest Du mit jemandem darüber sprechen. Melde Dich gerne per mail, WhatsApp oder telefonisch!
Herzlichst
Roberta
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