Die Beziehung mit unserer Mutter
Die erste wichtige Beziehung im Leben eines Menschen, ist die zur Mutter. Es beginnt damit, dass wir in Ihrem Bauch heranwachsen; vom Embryo zu einem kleinen Menschlein. Und auch nach der Geburt ist die Mutter die Person, die uns am nächsten ist. Zumindest für die ersten Monate. Die Mutterbeziehung ist ausserdem für eine Frau eine sehr prägende für Ihr Leben. Denn von unserer Mutter lernen wir nicht nur, sie ist auch unser erstes grosses Vorbild.
Die erste Phase der Mutterbeziehung
Wenn Du selbst bereits Mutter bist, weißt Du, welche Gefühle während einer Schwangerschaft entstehen. Von Freude über Aengste und vor allem ganz grosser und tiefer Liebe zu Deinem ungeborenen Kind. Auch wenn Du noch nicht Mutter bist, kannst Du sicher auch versuchen, Dich in dieses Gefühl hineinzuversetzen. Stell Dir nun vor, wie es bei Deiner Mutter war? In welcher Lebenssituation war sie zum Zeitpunkt Deiner Empfängnis und Schwangerschaft? Was hat sie Dir darüber erzählt? War Freude da, eine stabile und liebevolle Beziehung? Oder war sie in einer eher schwierigen Lebenssituation, ohne einen Partner, der zu ihr stehen wollte? In welcher Lage auch immer, auf jeden Fall war die Ausgangssituation auch für sie prägend und hat ihr Gefühl Dir – ihrem wachsenden Kind – gegenüber geprägt. Heute weiss man, wie wichtig auch die Schwangerschaft für die spätere Bindung zwischen Mutter und Kind ist.
Der Bezug zur Mutter während der Kindheit
Mit der Geburt beginnt auch ein weiterer grosser Schritt in unser Leben. Sowohl für die Mutter, als auch das Baby ist dieser Uebergang von grosser Bedeutung. Einerseits kann der Geburtsverlauf auch die erste Annäherung stark beeinflussen und andererseits startet hier unsere Zukunft. Dabei spielen die bereits erwähnten Faktoren sicher eine grosse Rolle. Ein Neugeborenes bedeutet eine grosse Umstellung und verlangt sehr viel von der Mutter. Ständige Präsenz, Unsicherheit, Schlafmangel und dabei auch die Veränderung und Beanspruchung des eigenen Körpers. Mit jedem weiteren Lebenstag/Monat oder Jahr entwickelt sich die Beziehung zur Mutter weiter.
Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Kindheit denkst? Wie hast Du Deine Mutter wahrgenommen? Gibst es bestimmte Momente oder Erlebnisse, die Dir ganz besonders geblieben sind? Wie war Dein Gefühl als Kind; hast Du Dich geborgen, gut aufgehoben, verstanden und geliebt gefühlt? Oder warst Du oft alleine, sowohl physisch als auch emotional? Kindheitserinnerungen können sowohl schön, als auch traurig sein. Oftmals sind gewisse Dinge oder Phasen „verschüttet“ und möchten nicht „geweckt“ werden. Geht es auch Dir so?
Mit der Mutter durch die Pubertät
Während der Kindheit ist unsere Mutterbeziehung in den meisten Fällen noch relativ symbiotisch. Das heisst, wir sind je nach Alter noch sehr von unserer Mutter (unseren Eltern) abhängig. Doch mit Beginn der Pubertät verändert sich nicht nur bei uns ganz viel, sondern wird auch die Beziehung zur Mutter anders. Wenn man vom Mädchen zur Frau wird, sind es sowohl die körperlichen Veränderungen, die uns zu schaffen machen, wie auch die seelischen. Wir sind in einer Zeit des Uebergangs, des Auf- und oft auch Ausbruchs. Wir sind und wollen nicht mehr abhängig sein, von unserer Mutter, unseren Eltern. Wir wollen selb- und eigenständig sein. Die Hormone spielen dabei eine grosse Rolle. Diese Berg- und Talfahrten, die wir praktisch täglich erleben, sind uns allen sicher noch in Erinnerung. Während der Pubertät spielt jedoch die Mutter eine sehr grosse Rolle, denn auch hier wiederum ist sie unser Vorbild. Denn sie ist ja bereits Frau und auch Mutter. Begleitet sie uns auf diesem für uns schwierigen Weg? Ist sie offen und hört zu, wenn wir Fragen haben; bzw. trauen wir uns überhaupt, sie zu fragen? Themen, wie Menstruation, Sexualität und anderes zum Frausein beschäftigen uns in dieser Zeit enorm. Konntest Du mit Deiner Mutter darüber sprechen? Oder hast Du Dich eher geschämt? Erinnerst Du Dich an Situationen, in denen Du Dich Deiner Mutter anvertrauen konntest? Oder an andere, in denen ihr gestritten habt? Gestritten vielleicht über Themen wie Ausgang, Freund, Schule, Kleiderstil, Musik oder Körperhygiene? Konflikte während dieser Zeit sind vollkommen normal, denn für das Mädchen, welches zur Frau wird, geht es hier ja explizit um Abgrenzung und Neufindung.
Von der Pubertät zur erwachsenen Frau
Nicht umsonst sagt man, dass die Kindheit und sicherlich vor allem die Pubertät prägend für unser späteres Erwachsenenleben ist. Denn während dieser Zeit lernen wir viel über uns und unsere Umwelt. Je nachdem, wie behütet, unterstützt, ermutigt oder vielleicht eher ängstlich gebremst, kritisiert und alleingelassen Du diese Zeit erlebt hast, kann dies beim Uebertritt in ein selbständiges Leben einen Grundstein markieren. Wenn Du vor allem mit positiven Erinnerungen und Erlebnissen ins Frauenleben gehst, kannst Du häufig Deine Stellung in der sozialen Gesellschaft einfacher und leichter finden. Denn Du bist nicht nur gestärkt worden von Deiner Mutter (Deinen Eltern), sondern hast auch ein gutes Vorbild gehabt. Idealerweise ist Deine Mutter nach wie vor an Deiner Seite, wenn Du einen Rat oder eine Ermunterung brauchst. Im umgekehrten Fall ist es sicher viel schwieriger Tritt zu fassen, denn Du musst Dir vieles nun selbst erarbeiten. Doch genau dies kann auch zu (D)einer Stärke werden. Denn Du kannst nicht nur daran wachsen, sondern auch Deinen eigenen, ganz individuellen Weg finden. Und Du wirst erkennen, dass Du das trotzdem – oder genau deswegen – sehr gut schaffst! Darauf kannst Du ganz bestimmt sehr stolz sein!
Selbst Mutter werden
Der nächste grosse Schritt der Ablösung von der eigenen Mutter folgt, wenn wir selber Mutter werden. Denn von nun an verändert sich nicht nur unser Leben für immer, sondern auch unsere Sicht auf die eigene Mutter und die Beziehung zu ihr. Vieles verstehen wir nun besser. Denn die Herausforderung ein Kind zu haben, es zu begleiten und unterstützen, ist eine grosse Aufgabe. Manchmal weichen sich durch das eigene Kind auch verhärtete Fronten auf. Auch wir sind weicher und eine Annäherung an die Mutter ist wieder besser möglich, falls die Beziehung eher schwierig war. Oft sehen wir nun auch Dinge, die wir früher abgelehnt haben oder nicht verstanden. Nun, selbst Mutter, erkennen wir, dass manches gar nicht so verkehrt oder schlecht war. Natürlich ist es auch richtig und wichtig, einen eigenen Weg in der Erziehung Deines Kindes zu finden. Doch Du wirst immer wieder erleben, wie Du vieles wiederholst und nun auch anders bewertest. Das schöne an dieser Lebensphase ist auf jeden Fall, dass auch Versöhnung möglich ist. Dadurch, dass Du nun selbst Mutter bist, kannst Du vielleicht auch gewisse Dinge thematisieren, vor denen Du Dich früher gescheut hast. Oder wiederum kannst Du andere stehenlassen, die Dich belastet oder gestört haben.
Mütterlich mit sich selbst sein
Beim Thema Mutter weise ich immer wieder darauf hin, wie wichtig es für uns Frauen ist, mütterlich mit uns selbst zu sein. Denn oft sind wir zu hart, zu fordernd und zu unnachgiebig mit uns. Manchmal erzählen mir Frauen, dass ihre eigene Mutter auch sehr streng war mit sich selbst und dementsprechend mit ihnen. Dass wenig liebevolles und leichtes da war. Natürlich ist es mit so einer Ausgangslage schwerer, das Mütterliche in sich selbst zu entdecken und auch zu zelebrieren. Doch können wir auf eine geduldige und achtsame Art das mütterliche Selbst in uns wecken. Wenn Du bereits Mutter bist, weißt Du, wie wichtig es ist, für Dein Kind bedingungslos dazusein. Doch auch ohne Kinder kannst Du in diese Energie hineinfinden. Lies hierzu auch meinen Blog: https://fruchtbarkeitsmassage.ch/muetterliche-und-vaeterliche-liebe-fuer-dich/Durch die eigene mütterliche Liebe in der wir uns geborgen und sicher in uns selbst fühlen, können wir manche Schwellen überschreiten, die uns bis anhin vielleicht stolpern liessen. Oder vor denen wir kehrt gemacht haben, ohne es überhaupt zu versuchen, darüberzusteigen. So können wir uns auch nicht nur mit unserer Mutter und unseren anderen weiblichen Ahnen versöhnen, sondern auch (neu) verbinden. Und aus dieser weiblichen Ahnenkette Kraft schöpfen, unser eigenes Leben in mütterlicher Wertschätzung, Wohlwollen und allumfassender Liebe zu gestalten.
Hast Du das Bedürfnis, mit jemandem über das Thema Mutter zu sprechen? Dann melde Dich gerne bei mir.
Von Herzen
Roberta
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