Wie sag ichs meinem Manne
Das Thema Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität ist in einer Beziehung ein sehr wichtiger Teil. Natürlich gehören noch viele andere Dinge dazu, um eine Beziehung gut, harmonisch und intakt zu halten. Doch, gerade wenn über vieles andere gesprochen werden (kann), hapert es beim Thema körperlicher Nähe oft an der Kommunikation. Gerade – aber nicht nur – Frauen tun sich oftmals schwer damit, ihre Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen. Wie man damit umgehen könnte, darum geht es in diesem Blog.
Welche Bedeutung hat die körperliche Nähe in einer Beziehung?
Die meisten Paare kennen es: Am Anfang des Kennenlernens ist das Thema Sex oft im Vordergrund. Man fühlt sich voneinander angezogen, hat Lust einander nahe zu kommen und sich auf dieser Ebene kennenzulernen. Man ist dann auch oft noch unbelastet von vielen Dingen, die später im Alltag auftauchen. Zuerst einmal gibt es nur das Paar! Und natürlich setzt auch gerade diese Anfangszeit gewisse Pfeiler in der vielleicht später entstehenden festen Partnerschaft. Doch ist auch gerade in dieser Zeit das Gefahrenpotential sehr gross, was dieses Thema anbelangt. Siehe auch mein Blog: https://frauen-beratung.ch/schnittstelle-beziehung-1-1-2/
Einander gefallen wollen
Wenn man einander noch nicht gut kennt, aber sich auch mehr als nur eine flüchtige Begegnung vorstellen kann, oder möchte, ist das gefallen wollen ganz normal. Doch wie weit geht man damit? Ist es (nur) das zurechtmachen, vor einem Date? Ist es, sich neue Klamotten kaufen, von denen man annimmt, dass sie dem Gegenüber gefallen? Ist es vielleicht auch, andere Termine oder Verabredungen zu verschieben oder zu canceln, weil das Date wichtiger ist, bzw. man nicht absagen möchte? Oder ist es auch, dass man nicht (ganz) ehrlich mit seiner Meinung und vor allem seinen Wünschen und Bedürfnissen ist?
Wenn man beim Sex nicht ehrlich ist
Hier kann eine grosse Falle warten. Gerade wenn man, wie bereits erwähnt gefallen möchte. Wenn der Partner/die Partnerin beim Sex etwas tut oder von einem verlangt, was man nicht mag, oder sogar wehtut, was dann? Sagt man es direkt? Und wenn, wie am besten? Ist man lieber still? Oder macht man mit und tut so, als gefalle es einem? Natürlich möchte man das Gegenüber beim Liebesspiel weder brüskieren, noch verletzen. Vor allem dann nicht, wenn man sich mit diesem Menschen mehr vorstellen könnte, bzw. mehr wünscht. Und trotzdem! Wenn man bei den ersten sexuellen Begegnungen nicht ehrlich ist, wird das je später, je schwieriger. Sofern die Beziehung weitergeht, oder sogar eine feste Partnerschaft daraus wird.
Der grosse Stolperstein
Natürlich ist es auch beim Sex so, dass man sich erstmal kennenlernen muss. Manchmal harmoniert es gleich von Anfang an, aber auch wenn es das nicht tut, heisst es nicht, dass da nicht ein Partnerschaftspotential vorhanden wäre. Wie auch bei allem anderen in einer Beziehung und gerade in der Kennenlern-Phase, sollte man dem Gegenüber mit Respekt und vor allem Ehrlichkeit begegnen. Nur so kann man eine mögliche stabile Partnerschaft aufbauen. Und dazu gehört es eben auch, dass man beim Thema Sex ganz offen und ehrlich sagt, was man mag und was nicht. Und hier trennt sich sozusagen auch „die Spreu vom Weizen“. Denn die Partnerin oder der Partner, der Dir zuhört, sich interessiert und vor allem respektiert, was und wie Deine Bedürfnisse sind, hat ziemlich sicher ein gutes Partnerschafts-Potential!
Wie und wann sag ich’s meinem Mann oder meiner Frau
Die Frage kommt oft: Wie sag ich, was ich möchte, bzw. wann sage ich es. Macht es Sinn, gleich zu reagieren, wenn es passiert? Oder sollte ich einen geeigneten Zeitpunkt abwarten? Nun, zum geeigneten Zeitpunkt nur soviel: Wann ist der? Ich glaube, das ist schwieriger zu definieren. Deshalb am besten gleich reagieren. Wenn Dein Partner/Deine Partnerin etwas tut beim Sex, was Dir nicht gefällt, oder sogar unangenehm ist, oder wehtut, dann gleich sagen. Klar ist es empfehlenswert das ruhig zu tun und möglichst ohne Vorwürfe. Denn Dein Gegenüber weiss ja (noch) nicht, was Dir gefällt. Im Gegenzug kann man natürlich den Partner/die Partnerin auch dazu animieren, sich ebenfalls zu melden, wenn was nicht passt.
Frau und Mann funktionieren einfach anders
Dass Frauen und Männer – gerade auch was die Sexualität anbelangt – anders funktionieren, ist nichts Neues! Doch irgendwie kommt es mir trotzdem manchmal so vor, als würde das zu wenig berücksichtigt. Und deshalb besteht hier definitiv ein Aufklärungsbedarf! Ich höre z.B. oft von Frauen, dass ihre Partner beim Sex Dinge tun, die den Frauen nicht gefallen. Wenn sie sich dann trauen, das anzusprechen und zu sagen, wie es für sie ist, kommen immer wieder folgende Antworten vor:
- Bis jetzt haben es alle Frauen, mit denen ich zusammen war, gut gefunden
- Noch keine hat über meine Liebhaberqualitäten reklamiert
- Ich habe bisher noch alle Frauen, mit denen ich Sex hatte, zum Orgasmus gebracht
- Ich verstehe nicht, warum das bei Dir nicht klappt?
Wenn solche Statements kommen, ist es schwierig, offen und ehrlich darüber zu sprechen, was man möchte. Andererseits ist es oft so, dass ein Mann verunsichert ist, wenn man sagt, dass das, was er macht, nicht antörnend ist oder gefällt. Deshalb geht es erstmal darum, dem Gegenüber zu verstehen zu geben, dass man sie/ihn weder brüskieren, noch verletzen möchte. Im Gegenteil, möchte man ehrlich sein und nicht etwas vorspielen, was nicht ist. Das sollte Argument genug sein, damit das Gegenüber versteht und sich auch für eine Kommunikation darüber öffnen kann. Falls nicht, sorry! Dann ist sie/er die/der Falsche für Euch! Daraus kann keine gute, verständnisvolle und verbindliche Beziehung entstehen!
Traut Euch!
Denk daran: Nichts an Dir und Deinem Empfinden ist falsch! Im Gegenteil! Wenn Du ganz bei Dir selbst bist und bleibst und somit ehrlich mit Dir bist, dann bist und bleibst Du auch Du selber! Und wer möchte nicht einen Partner/eine Partnerin, der/die authentisch ist? Schlussendlich möchtest Du selbst das ja auch. Also lohnt es sich, grundsätzlich über seine Wünsche und Bedürfnisse ganz offen zu sprechen. Und das beinhaltet natürlich nicht nur das Thema Sexualität, sondern alle anderen Themen, die zu einer Beziehung gehören auch.
Deshalb traut Euch! Denn die Grundpfeiler einer Partnerschaft sollten Respekt, Achtung vor dem jeweils anderen, Interesse am jeweils anderen und natürlich ganz viel Liebe sein!
Alles Gute, viel Kraft und Mut und tragt Euch Sorge!
Herzlichst Roberta
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