Die Klitoris – Das weibliche Lustzentrum22.12.20

Klitoris

Die weibliche Klitoris

Die Bezeichnung Klitoris kommt aus dem altgriechischen und bedeutet „kleiner Hügel“. Allerdings ist es so, dass nur ein kleiner Anteil dieses weiblichen Organs von aussen sichtbar ist. Wie gross und komplex die Klitoris wirklich ist, das wissen die wenigsten. Denn es ranken sich auch hier viele Mythen um unser Lustzentrum. Anders als beim männlichem Gegenstück, dem Penis, wird die Klitoris häufig eher stiefmütterlich behandelt, bzw. ist die Wissenslücke über Anatomie und Funktion noch ziemlich gross.

Einige Fakten über die Klitoris

Die Klitoris besteht aus zwei am Sitzbeinausschnitt befestigten Schwellkörperschenkel-Paaren. Sie sind in etwa 6-9cm lang. Diese umfassen auch die Schamlippen und werden somit beim vaginalen Sex ebenfalls stimuliert. Der äusserlich sichtbare Teil ist die Klitoriseichel, die wiederum von der Klitorisvorhaut bedeckt ist. Bei sexueller Erregung und Stimulation wird die Klitoriseichel stärker durchblutet und schwillt an. Genauso wie der Penis, wird sie auch hart und vergrössert sich. Ganze 8000 Nervenendungen treffen hier zusammen. Also deutlich mehr, als bei der Peniseichel. Dadurch ist die Klitoris äusserst sensibel und empfindlich und kann bei einer Ueberstimulation, zu starkem Druck oder reiben schnell schmerzen oder sich sogar entzünden.

Und wie ist das mit dem Orgasmus?

Auch über den weiblichen Orgasmus gibt es viele Mythen. Viele Frauen kommen beim Penetrations-Sex nicht zu einem Höhepunkt. Ebenso oft wird dem Partner ein Orgasmus vorgetäuscht. Frauen berichten davon, den Partner nicht enttäuschen oder verletzen zu wollen. Doch längerfristig ist es für eine Beziehung nicht förderlich, sich gegenseitig etwas vorzumachen. Das Hauptproblem liegt laut Studien darin, dass Frauen beim vaginalen Sex Mühe haben zu kommen. Denn das eigentliche Lustzentrum ist ja die Klitoris. Natürlich kann sie auch unabhängig stimuliert werden, was meistens zum Erfolg führt. Doch auch beim vaginalen Sex ist es möglich, gleichzeitig die Klitoris zu stimulieren und somit auch zum Orgasmus zu kommen. Dies wiederum ist von der Stellung abhängig. Häufig ist es z.B. die Reiterstellung, welche es den Frauen ermöglicht, sich gleichzeitig an ihrem Partner zu reiben und somit auch die Klitoris anzuregen. Es ist allerdings grundsätzlich wichtig, dass dem Partner genau gesagt oder noch besser gezeigt wird, wie wir gerne stimuliert werden an unserer empfindlichsten Stelle.

Die weibliche Macht

In vielen Kulturen ist eine Frau immer noch der Inbegriff der Versuchung und Sünde. Deshalb müssen sich Frauen zum Teil verschleiern, damit man weder ihren Körper, ihre Haare oder im Extremfall auch nicht ihr Gesicht sieht. Auch die weibliche Sexualität ist in diesen Kulturen etwas ungebührliches und gefährliches. Denn man darf nie vergessen, dass eine Frau mit ihrem Körper eine grosse Macht hat. Sie kann dem Mann nicht nur Lust und Erfüllung schenken, sondern ist auch in der Lage neues Leben zu tragen und auf die Welt zu bringen.

Das weibliche Lustzentrum entfernen

Es ist leider auch heute noch so, dass Frauen ihr Lustzentrum brutal genommen wird in der Form von Genitalverstümmelung. Eine grausame Praktik der jedes Jahr weltweit etwa drei Millionen Mädchen und Frauen zum Opfer fallen. Es wird weiter angenommen, dass ca. 200 Millionen Frauen mit einer solchen Verstümmelung leben müssen. Am meisten verbreitet ist diese Praktik im westlichen und nordöstlichen Afrika, dem Jemen, Irak, Indonesien und Malaysia. Begründet wird diese Barbarei mit Tradition und Religion. Die Folgen für die Betroffenen sind allerdings weitreichend und lebenslänglich. Nebst der Gefahr, an einer Beschneidung zu sterben bedeutet es aber ein Leben voller Schmerzen für diese Frauen. Der Verlust ihres Lustzentrums und somit die Möglichkeit jemals einen Orgasmus erleben zu können, ist ein weiteres Ziel dieser von Männern gelenkten Unterdrückung und Unterwerfung einer Frau.

Erkunden und Erleben unserer Sexualität

Manche Frauen sind an der Klitoriseichel so empfindlich, dass schon eine leichte Berührung zuviel werden kann. Deshalb empfielt es sich, immer ein gutes Gleitgel in der Nähe zu haben. Oder für die alleinige äusserliche Stimulation ein feines Oel. Es ist also vollkommen normal, dass die Reizung schnell zuviel werden kann und dann sogar schmerzhaft ist. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Du selbst ausprobierst, wie es für Dich am angenehmsten und erregendsten ist. Erkunde Dein Lustzentrum ganz in Ruhe. Nimm dazu auch gerne mal einen Spiegel zur Hand und schau Dir alles an. Grundsätzlich ist es für uns Frauen wichtig, unseren eigenen Intimbereich kennenzulernen. Stell Dir auch vor, dass Dein Partner ja meistens mehr von Dir sieht, als Du selbst. Darum ist es auch schön zu wissen und kann auch durchaus aufregend sein, wie er auf Erkundungsreise geht. Wenn Du Deinem Partner oder Deiner Partnerin zeigen möchtest wo und wie Du es magst berührt und stimuliert zu werden, musst Du erstmal selbst wissen, was es ist. Und genau dafür ist die Selbst-Erkundung wichtig. Denn sie gibt Dir auch einen wichtigen Teil an Selbstbestimmung und Selbst-Wertschätzung.

Veränderungen und Pflege der Klitoris

Der englische Sexualforscher Roy Jerome Levin hat übrigens herausgefunden, dass die Stimulation der Klitoris einen bestimmten Reiz im Gehirn auslöst. Dieser stösst eine Vielzahl von Prozessen an, die für die Befruchtung einer Eizelle wichtig sind. Es geht also bei der Funktion der Klitoris nicht alleine um die Lust. In der Schwangerschaft ist unser Lustzentrum übrigens meistens um einiges empfindlicher. Denn grundsätzlich ist auch unsere Vulva und Vagina stärker durchblutet, was sich auch auf die Berührung auswirken kann. Ebenso verändert sich das Empfinden sowohl der äusseren, wie auch der inneren Geschlechtsorgane vor, während und nach den Wechseljahren. Durch den Abfall des Hormons Oestrogen werden die Schleimhäute trockener und somit ebenso empfindlicher. Hier kann man gezielt mit äusseren und inneren Anwendungen, einer gesunden Ernährung, Hydrierung, Nahrungsergänzungsmitteln und Kräutern unterstützen.

Pflege für meinen Intimbereich

Hier einige Tips für Deine Intimpflege:

  • Benutze für die Reinigung Deines Intimbereichs nur warmes Wasser und keine Seife.  Deine Vagina ist sozusagen selbstreinigend und Seife trocknet nur unnötig aus
  • Nach dem Duschen ein gutes Oel für den äusseren Bereich nehmen, wie z.B. Bio-Mandelölevtl. mit ein paar Tropfen Lavendelessenz angereichert
  • Benutze keine Slipeinlagen und versuche auch Tampons zu vermeiden. Siehe mein Blog https://fruchtbarkeitsmassage.ch/tampons-und-co-was-ist-das-beste-fuer-die-frau/
  • Trage wenn immer möglich Baumwoll-Unterwäsche
  • Mach ab und zu eine Kur mit einem Probiotikum speziell für Frauen: z.B. Omni Biotic Flora Plus
  • Je nachdem 1 oder auch 2x in der Woche ein Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien verwenden das hält Deine Vaginalflora gesund und schützt sie vor Austrocknung und Infektionen

Möchtest Du mehr zu diesem Thema wissen oder hast Du noch Fragen dazu? Wir können gerne in einem persönlichen Gespräch darüber reden.

Herzlich

Roberta

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