Der Einfluss der ersten sexuellen Erfahrung26.05.21

Der Einfluss des "1. Males" auf unser Leben

Wie prägend ist unsere erste sexuelle Erfahrung

Wenn Menschen nach ihren ersten sexuellen Erfahrungen gefragt werden, ist der Tenor eher, dass es eine nicht wirklich schöne Begegnung war. Oft verbunden mit Schmerzen, Scham, Unsicherheit und Aengsten. Eher selten bekommt man zu hören, dass es ein erfüllendes Erlebnis war. Das berühmte erste Mal findet auch oftmals im geheimen, versteckten statt. Denn zum fragwürdigen Zeitpunkt sind die meisten noch in einem Alter, in dem sie zuhause bei den Eltern oder anderen Betreuungspersonen leben und somit wenig ungestörte und vor allem unbeobachtete Privatsphäre haben. Doch wie prägend sind unsere ersten Erfahrungen mit dem Thema Sex für auch für unser weiteres Leben? Und ebenso wichtig, wie wurden wir überhaupt darauf vorbereitet?

Wie hat meine Aufklärung stattgefunden?

Das Thema Aufklärung gibt auch immer sehr viel zu reden. Auch hier kommt es eher oft vor, dass entweder gar nicht, oder nur ungenügend oder verschämt darüber gesprochen wurde im Elternhaus. Ich höre viel von Frauen, dass sie z.B. ein Buch bekommen haben von der Mutter. Oder dass es häufig auch beim Thema erste Menstruation darum ging, dass man ja jetzt auch schwanger werden könnte. Das war eher die Besorgnis, als dass es darum ging, WIE man den schwanger werden kann! Natürlich gab es auch schon früher Aufklärungsunterricht in der Schule. Doch die meisten berichten, dass ihnen das eher unangenehm war so in der Gruppe. Man hat sich danach oder auch währenddessen lustig gemacht und das Thema nicht wirklich ernst genommen.

Das heisst konkret, die meisten Frauen sind sozusagen unaufgeklärt bzw. mangelhaft aufgeklärt an ihre erste sexuelle Erfahrung gegangen. Wie war das bei Dir? Kannst Du Dich noch daran erinnern? Auch, wie Du Dich mit diesem Thema gefühlt hast? War es Dir klar, dass es auch darum geht, dass es für beide stimmig sein muss und es beide so wollen, wenn es dann soweit ist?

Das berühmte 1. Mal

Wie bereits erwähnt, findet das 1. Mal meistens in einer Situation statt, die wenig mit Romantik zu tun hat. Bevor es passiert haben viele Frauen noch ambivalente Vorstellungen davon, wie es sein soll oder wird. Einerseits ist es die Neugier, die uns antreibt, andererseits kann es auch ein gewisser Druck von aussen sein. Z.b. von Freundinnen, die „es“ bereits getan haben und heutzutage natürlich vermehrt auch durch die sozialen Medien. Ab einem bestimmten Alter ist es uncool noch Jungfrau zu sein, oder etwas stimmt nicht mit Dir. Aus den verschiedensten Gründen lassen sich deshalb junge Frauen auch dazu hinreissen, es geschehen zu lassen. Dann gehöre ich auch dazu; dann weiss ich endlich, wie es ist. So, wie man es sich allerdings erträumt und gewünscht hat, ist es meistens überhaupt nicht. Gerade auch, wenn der Partner/die Partnerin auch unerfahren ist. Meist geht es schnell, man ist ungeschickt, unsicher und hat natürlich auch Angst, etwas falsch zu machen. Für viele Frauen ist es auch mit Schmerzen verbunden. Die wenigsten empfinden Lust oder kommen sogar zum Orgasmus. Man traut sich meistens auch nicht zu sagen, wenn es weh tut, oder man etwas nicht mag. Denn eigentlich weiss man ja nicht so genau, wie es denn sein soll oder wie man sich selbst „richtig“ verhalten muss.

Und nach dem 1. Mal?

Tendenziell ist es eher selten der Fall, dass das 1. Mal mit einer Person stattfindet, mit welcher man bereits eine Beziehung hat. Oder dass aus diesem gemeinsamen Erlebnis sogar eine Beziehung entstehen könnte. Zu gross sind die Unsicherheiten und und zu wenig ist die Verbundenheit, die durch ein solches Ereignis zwischen zwei – meist noch sehr jungen Menschen – entsteht. Das heisst meinstens, dass nach dem 1. Mal weitere sexuelle Begegnungen mit wechselnden Partnern/Partnerinnen stattfindet. Vielleicht kommt es ab und zu auch zu mehreren Treffen in Folge. Häufig ist das aber nicht wirklich von Dauer.

Die Unsicherheit bleibt oft

Es wird auch immer wieder davon gesprochen, dass man verschiedene sexuelle Erfahrungen machen muss, damit man wirklich weiss, wie es geht. Doch gerade das ist trügerisch. Denn mit jedem weiteren Mal erleben wir neue Unsicherheit, denn in jungem Alter wird eher nicht wirklich über Sex mit dem Partner kommuniziert. Wir trauen uns auch nicht zu sagen, was wir schön finden, bzw. überhaupt nicht mögen. Gerade junge Männer verhalten sich beim Sex häufig dominater und können den Anschein machen, sie wüssten, wie es sein soll. Dabei überspielen auch sie oft damit ihre eigene Unsicherheit. Denn auch zwischen jungen Männern ist das Thema Sex keines, worüber offen gesprochen wird. Es geht höchstens darum zu zeigen, wie toll und gut man ist im Bett.

Welche Rolle spielt Pornographie bei unserem Sexualverhalten

Da heutzutage der Zugriff auf Pornoseiten nicht nur ohne Probleme, sondern auch kostenlos ist, prägt gerade die Pornographie unser Sexualverhalten sehr stark. Dies gilt für beide Geschlechter. Sowohl junge Männer, wie auch Frauen lassen sich von dem gesehenen beeinflussen und es wird davon ausgegangen, das dies der Realität entspricht. So muss also ein Mann sich einer Frau gegenüber sexuell verhalten. Und so soll es wiederum die Frau. Auch verschiedenste Praktiken, die man in Pornos zu sehen bekommt, gelten dadurch als normal. Und gerade Frauen haben das Gefühl, dass sie, um akzeptiert zu werden, all dies mitmachen müssen, auch wenn sie überhaupt keinen Gefallen daran finden, oder sogar Schmerzen dabei haben. Ebenso ist die Stimulation, die durch solche Bilder/Filme angeregt wird, eine rein virtuelle. Was oftmals auch dazu führt, dass es immer extremere Handlungen sein müssen, die dann schlussendlich zur gewünschten Erregung führen. Dass dies aber alles in der Realität und in der Begegnung zwischen zwei Menschen komplett anders ist, kann irgendwann auch nicht mehr richtig wahrgenommen werden. Insofern ist der Einfluss der Pornographie auf unser Sexualverhalten ein sehr grosser. Vor allem bei jungen Menschen, die noch in der Formung sind und meistens auch sehr stark beeinflussbar.

Wie man zur eigenen Sexualität und zu sich findet

Nebst den ersten sexuellen Erfahrungen, die uns geprägt haben, kommen auch spätere Erlebnisse und Ereignisse hinzu. Sich dabei selbst zu finden ist nicht einfach. Es geht auch darum Grenzen zu setzen und zu seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu stehen. Auch in der Sexualität ist das Thema Kommunikation enorm wichtig. Dem Partner/der Partnerin mitzuteilen, was ich mag und was nicht, erfordert auch einen gewissen Mut. Denn es geht dabei eben darum, dass ich vollkommen bei mir bin und bleibe, ohne Angst, dass mein Gegenüber mich vielleicht nicht mehr attraktiv, begehrens- oder liebenswert findet. Mein Körper ist mein wichtigstes Gut und seine physische, wie emotionale Gesundheit muss mir am allerwichtigsten sein. Ein Partner/eine Partnerin, der/die das nicht versteht bzw. respektiert, wird mir schlussendlich auf allen Ebenen nicht gut tun.

Selbstfürsorge ist auch hier der Schlüssel zum Glück

Ausserdem kann ich eigentlich nur herausfinden oder wissen, was ich möchte und was mir gefällt, indem ich mit mir selbst auf Entdeckungsreise gehe. Meinen eigenen Körper erforschen, erspüren und mich daran erfreuen. Die eigene Lust, den eigenen Rhythmus finden. Das ist eine der wichtigsten Grundlagen, die eigene, ganz individuelle Sexualität zu leben und erleben. Sei es mit mir alleine oder in der Begegnung mit anderen Menschen.

Würde es Dir helfen, mit jemandem über dieses Thema zu sprechen? Kontaktiere mich gerne für ein Gespräch.

Herzlichst

Roberta

 

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