Trennung in Beziehungen
Die meisten von uns haben sie bereits ein-, oder mehrmals erlebt: Die Trennung in einer Beziehung. Je nachdem, wie lange und wie intensiv diese Beziehung war und ob auch Kinder darin eine Rolle gespielt haben, kann eine Trennung ganz unterschiedlich verlaufen. Dabei spielen nicht nur die Gefühle eine Hauptrolle, sondern sind auch finanzielle, soziale und familiäre Aspekte sehr wichtig. Ausserdem kommt es auch darauf an, ob die Trennung einvernehmlich geschieht. Kann man überhaupt noch miteinander kommunizieren, oder sind die Fronten bereits zu verhärtet und nur noch auf Streit programmiert.
Trennungsmuster
Trennungen verlaufen nicht immer gleich. Es gibt die abrupte Trennung, sozusagen aus dem Affekt heraus. Oder diejenige, die sich schleichend anbahnt. Erstere erleben wir häufiger in jüngeren Jahren. Da ist man meistens auch noch nicht auf eine lebenslange Bindung aus. Es gibt auch sonst eher wenig verbindendes, wie z.B. eine gemeinsame Wohnung, gemeinsame Kinder etc. Je älter man wird, desto stabiler und gefestigter ist auch das eigene Leben und man sehnt sich häufig nach den traditionellen Werten, wie Familie und feste Partnerschaft. Das heisst, hier ist schon viel mehr, was ein Paar zumindest rein äusserlich zusammenhält. Und umso schwieriger ist es dann auch, sich mit so viel verbindendem zu trennen.
Trennungsgründe
Natürlich gibt es sehr viele verschiedene Trennungsgründe. Einige davon können sein, dass man betrogen oder hintergangen worden ist. Der Alltag hat sozusagen die Liebe aufgefressen. Man vertraut dem Partner/der Partnerin nicht mehr. Die Lebensvorstellungen unterscheiden sich oder haben sich im Laufe der Beziehung verändert. Man fühlt sich vom Partner/der Partnerin nicht mehr verstanden. Und wahrscheinlich einer der wichtigsten: Man hat sich entliebt.
Weshalb geht die Liebe verloren?
Es ist schmerzhaft und traurig, sich einzugestehen, dass man den Partner/die Partnerin nicht mehr liebt. Wobei man hier auch unterscheiden muss. Man kann einander noch gern haben, aber die Beziehung ist eigentlich nur noch funktionell. Das heisst man hat sich arrangiert – gerade mit Kindern – und jeder hat seinen Platz im Familiengefüge eingenommen. Damit ist der eine oder die andere auch ganz zufrieden; manchmal auch beide. Aber es kann passieren, dass beim einen oder der anderen eben der Moment kommt, wo dies nicht mehr genügt.
Nebst dem schleichenden „sich entlieben“ gibt es auch jenes, in welchem sich beide Partner in ganz unterschiedliche Richtungen entwickeln und dementsprechend andere Bedürfnisse haben. Dies stösst dann oft auf Unverständnis beim Gegenüber. Und provoziert oftmals Streit und somit Entfremdung. Man regt sich immer öfters auf über den Partner/die Partnerin. Schon Kleinigkeiten, die man vielleicht früher gemocht oder toleriert hat, können einen zur Weissglut bringen. Die Beziehung ist explosiv und kaum mehr liebevoll.
Der Verlust der Leidenschaft und Erotik
Ein wichtiger Faktor in Beziehungen ist natürlich auch die Erotik. Viele Paare berichten, dass sowohl ohne und vor allem mit Kindern die Lust aneinander mit der Zeit verloren geht. Dabei muss es ja nicht immer Sex sein, der verbindet. Auch körperliche Nähe und Zärtlichkeit sind genauso wichtig. Einander riechen, schmecken und berühren tut nicht nur gut, sondern schafft eine wichtige Verbindung. Ich höre öfters – gerade von Frauen – dass die Leidenschaft am Anfang der Beziehung toll war, aber schon lange eingeschlafen ist. Als Gründe werden meist Zeitmangel, Müdigkeit und fehlende Anziehung genannt. Viele Frauen fühlen sich auch nicht mehr wohl in ihrem Körper und dementsprechend ist auch die Lust eher klein. Es schleichen sich auch gewisse Muster, gerade im Sexleben, ein. Die Spontaneität, die man aus den Anfängen der Beziehung kannte, ist nicht mehr da. Und somit fehlt genau jenes, was Sex und Erotik auch so prickelnd macht.
Den Trennungsgedanken Raum geben
Wenn die ersten sowohl ausgesprochenen, wie auch unausgesprochenen Gedanken zu einer Trennung bei einem oder beiden Partnern/Partnerinnen da sind, werden diese oft entweder verdrängt, oder eskalieren in der verbalen Auseinandersetzung. Deshalb ist es sehr hilfreich, wenn man mit jemandem darüber sprechen kann, der/die möglichst neutral dazu steht. Nicht immer sind deshalb Familienangehörige oder Freunde die idealen Ansprechpartner. Weil sie natürlich oft voreingenommen bzw. parteiisch sind. Es geht auch darum möglichst nicht zu werten, sondern diesen Gedanken Raum zu geben. Darüber sprechen zu können, weshalb man über eine Trennung nachdenkt, ohne ver- oder beurteilt zu werden. Unter dem Leitmotto: „So möchte ich nicht mehr leben“. „Wie möchte ich dann/anders leben?“ Das hilft vielleicht schon im Vorfeld dabei für sich selbst eine Standortbestimmung zu finden.
Paartherapie als Weg
Eine Paartherapie kann natürlich auch eine Möglichkeit sein, einen Weg zu finden. Sei es vielleicht wieder, aber anders zueinander. Doch ebenso, wenn es klar ist, dass die Trennung unausweichlich ist. Leider ist es oftmals so, dass wenn die Liebe abhanden gekommen ist, vor allem Frust, Wut und Schmerz im Vordergrund sind und gerade deshalb gemeinsame Gespräche mit dem Partner/der Partnerin schwierig und meistens auch fruchtlos. Gerade, wenn es auch gemeinsame Kinder gibt – egal welchen Alters – ist es sehr wichtig, die Trennung auf einem guten Weg zu vollziehen. Damit dies aber gelingt, müssen verletzte Eitelkeit, Stolz und Ressentiments auf die Seite geschoben werden.
Die Trennung als Neuanfang
Mit der Trennung von einem Lebenspartner/einer Lebenspartnerin geht zwar etwas zu Ende. Aber gleichzeitig beginnt auch etwas Neues. Umso wichtiger ist es, damit und somit auch mit der beendeten Beziehung Frieden schliessen zu können und somit auch mit einem Kapitel Deines Lebens. Nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt für Dich, auf welchen Du Dich freuen kannst. Das heisst aber nicht, dass das Vergangene keinen Platz mehr in Deinem Leben haben soll. Mit Kindern bleibt immer eine Verbindung vorhanden. Aber auch wenn keine Kinder da sind, ist es wichtig liebevoll und wertschätzend auf die gemeinsame Zeit schauen zu können. Denn am Anfang war ja Liebe da. Erinnere Dich an die guten und schönen Zeiten. Fokussiere Dich aber auch auf Dich und das was kommt und lass Dir die Zeit für die Verarbeitung und das Loslassen, die Du brauchst. Nutzlos sind Selbstvorwürfe und Schuldgefühle. Denk daran: Wenn Du etwas anders hättest machen sollen und können, hättest Du es getan. Vertraue darauf, dass das richtige für Dich geschehen ist und ebenso bereit steht. So kannst Du Dich für Dein neues Leben von Herzen öffnen.
Lies zu diesem Thema auch meine folgenden Blogs: https://frauen-beratung.ch/schnittstelle-beziehung-1-1-2/
https://frauen-beratung.ch/ist-das-glas-halb-voll-oder-halb-leer-fuer-dich/
Alles Gute für Deinen neuen Start
Herzlichst Roberta
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